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Experimentelle Wirtschaftsforschung

Die experimentelle Wirtschaftsforschung

  • ist eine Methode, empirische Daten in einem kontrollierten Umfeld zu erzeugen.
  • Versuchspersonen treffen reale Entscheidungen, die mit Geldanreizen ausgestattet sind.
  • Die Daten werden in Experimentalsitzungen oder im Feld gewonnen.
  • Die kontrollierte Datenerhebung erlaubt eine bessere Verhaltensanalyse.
  • Andere Erhebungsmethoden – Fragebögen, traditionelle Feldstudien, Surveys – sind ergänzende Datenquellen der Verhaltensanalyse.


Die Bedeutung der experimentellen Wirtschaftsforschung wurde erst in den frühen 1960er erkannt, als Vernon Smith in den USA und Reinhard Selten in der Bundesrepublik Deutschland ihre ersten Experimente durchführten. Beide gingen von unterschiedlichen Ansätzen aus. Und beide waren sehr erfolgreich.

  • Vernon Smith setzte seine Experimente dazu ein, Vorhersagen der Wirtschaftstheorie zu überprüfen. Er konnte zeigen, dass die Idee der Markträumung zum Marktpreis eine hervorragende Vorhersage der Dynamik in experimentellen Märkten mit Doppelten Auktionen darstellt. Im Jahr 2002 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften zusammen mit Daniel Kahneman.
  • Reinhard Selten betrieb die experimentelle Wirtschaftsforschung zunächst als eine explorative Methode. Seine 1994 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Ideen bezüglich der Gleichgewichtsauswahl in Spielen kamen ihm, während er über Ergebnisse einer experimentellen Studie nachdachte.

Trotz dieser frühen Erfolge vergingen noch zwei Jahrzehnte, bevor der Einfluss der experimentellen Wirtschaftsforschung auf die gesamte Volkswirtschaftslehre evident wurde. Mit der Einrichtung von Computerlaboratorien in den 1980ern nahm die experimentelle Wirtschafsforschung dann einen rasanten Aufschwung. Heute gibt es kaum noch eine angesehene Universität, die über kein computerisiertes Laboratorium für wirtschaftswissenschaftliche Experimente verfügt.

Mittlerweile ist die experimentelle Wirtschaftsforschung eine anerkannte Forschungsmethode. Eindrucksvoll bestätigt dies die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften an

  • Vernon Smith “for having established laboratory experiments as a tool in empirical economic analysis” und an Daniel Kahneman “for having integrated insights from psychological research into economic science” (2002).
  • Elinor Ostrom “for her analysis of economic governance, especially the commons” (2009). Experimente sind integraler Bestandteil von Ostroms Forschungsansatz.

 

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